Pompeiussaule

Der hochste antike Monolith ausserhalb Roms -- eine 26 Meter hohe Saule aus rotem Granit uber Alexandria.

9 AM5 PM80 EGP31.1838, 29.8965

Die Pompeiussaule ist eine monumentale romische Triumphsaule in Alexandria, die einschliesslich ihrer Basis 26,85 Meter hoch aufragt und aus einem einzigen Stuck roten Assuan-Granits gehauen wurde. Trotz ihres Namens hat sie nichts mit Pompeius zu tun -- sie wurde 297 n. Chr. zu Ehren Kaiser Diokletians errichtet. Sie ist der grosste antike Monolith ausserhalb Roms und die bedeutendste erhaltene Antiquitat Alexandrias. Die Saule steht inmitten der Ruinen des antiken Serapeums von Alexandria, das einst eine Zweigstelle der Grossen Bibliothek beherbergte.

Warum besuchen

Der hochste antike Monolith ausserhalb Roms -- von ganz Alexandria aus sichtbar
Steht auf den Ruinen des antiken Serapeums und einer Zweigstelle der Grossen Bibliothek
Sphinxstatuen und unterirdische Galerien umgeben die Saule

Was gibt es zu sehen

Die Saule
Ein einziges Stuck polierten roten Assuan-Granits, 20,46 Meter hoch mit einem Durchmesser von 2,71 Metern an der Basis -- die grosste antike monolithische Saule, die je ausserhalb Roms errichtet wurde, und ein Zeugnis romischer Ingenieurskunst. Einschliesslich ihres kunstvollen korinthischen Kapitells und des massiven gestuften Podests ragt das Monument fast 27 Meter uber den Hugel auf, sichtbar von ganz Alexandria und selbst von Schiffen, die in den Hafen einlaufen. Die Saule trug ursprunglich eine Reiterstatue Kaiser Diokletians aus Porphyr, die langst zerstort ist -- nur die Befestigungsklammern am Kapitell sind erhalten. Die Logistik des Transports eines so massiven Granitblocks aus den Steinbruchen von Assuan (uber 900 Kilometer flussaufwarts) und seine Aufstellung auf diesem Hugel erforderte ausgefeilte Ingenieurskunst -- eine griechische Inschrift auf der Basis verzeichnet die Weihung und macht sie zu einem der am prazisesten datierten antiken Monumente Alexandrias.
Sphinxstatuen
Drei Sphinxstatuen flankieren die Saule -- darunter ein wunderschon erhaltener Sphinx aus rosafarbenem Granit, der zu den feinsten Beispielen ptolemaischer Sphinx-Skulptur in Agypten zahlt, mit fein gemeisselten Zugen, die den traditionellen agyptischen Lowenkorper mit einem Gesicht verbinden, das subtile hellenistische Einflusse zeigt. Die Sphinxen sind Ueberreste des grossen ptolemaischen Serapeums, das einst diesen Hugel dominierte, und ihre Anwesenheit deutet auf das aussergewohnliche Ausmass und die Pracht des Tempelkomplexes hin, der einst die Saule umgab. Anders als die Grosse Sphinx von Gizeh sind diese kleineren Sphinxen gut zuganglich und fotogen und bieten Besuchern die Moglichkeit, Sphinx-Skulptur aus der Nahe zu betrachten. Der Kontrast zwischen den verwitterten Sphinxen, der glatten Saule und den verstreuten Architekturfragmenten schafft eine eindringliche Landschaft geschichteter Zeit -- Ptolemaisches, Romisches und Mittelalterliches koexistieren auf einem einzigen windgepeitschten Hugel.
Unterirdische Galerien
Unter dem Hugelgelande erstreckt sich ein Netzwerk aus Tunneln und Kammern, die in den Felsuntergrund gehauen wurden und einst als Lager fur einen Teil der Ueberlaufsammlung der Grossen Bibliothek von Alexandria dienten -- die beruehmte 'Tochterbibliothek', die Schriftrollen aufbewahrte, die in der Hauptbibliothek keinen Platz fanden. Einige der unterirdischen Nischen, die einst Papyrusrollen enthielten, sind noch in den Felswanden sichtbar, ihre regelmaessigen Abstande und einheitlichen Masse eindeutig fur systematische Aufbewahrung konzipiert und nicht fur zufallige Nutzung. Die Kammern sind teilweise fur Besucher zuganglich, und durch diese schwach beleuchteten unterirdischen Korridore zu gehen -- im Wissen, dass sie einst einige der wertvollsten geschriebenen Kenntnisse der antiken Welt enthielten -- erzeugt ein starkes Gefuhl intellektuellen Verlustes. Die Zerstorung des Serapeums im Jahr 391 n. Chr. und aller Schriftrollen, die moglicherweise noch in diesen Galerien verblieben waren, stellt eines der letzten Kapitel in der langen, tragischen Geschichte des Verschwindens der Grossen Bibliothek dar.
Serapeum-Ruinen
Verstreut uber den Hugel rund um die Saule befinden sich die fragmentarischen Fundamente und architektonischen Ueberreste des Serapeums von Alexandria -- einst ein prachtiger Tempelkomplex, der dem griechisch-agyptischen Gott Serapis geweiht und von Ptolemaios III. Euergetes im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde und von antiken Autoren als eines der prachtvollsten Gebaude der Welt beschrieben wurde. Der Tempel diente gleichzeitig als Kultstatte, als Heilungszentrum (Glaubige schliefen im Tempel in der Hoffnung auf heilende Traume) und als Bibliothek, die einen Teil der Sammlung der Grossen Bibliothek beherbergte. Im Jahr 391 n. Chr. wurde das Serapeum von einem christlichen Mob unter Fuhrung von Bischof Theophilus auf Befehl Kaiser Theodosius' I. zerstort -- ein Akt, der einen der dramatischsten Momente in der Unterdruckung des Heidentums im gesamten Romischen Reich markierte. Heute uberdauern nur verstreute Saulenbasen, Mauerfundamente und unterirdische Kammern, die jedoch eine grosse genug Flache einnehmen, um die ursprungliche Pracht des Tempels erahnen zu lassen, und die Hugellage bietet einen schonen Blick uber Alexandrias Dacher bis zum Meer.

Historische Details

Warum 'Pompeiussaule'?
Mittelalterliche Kreuzfahrer, die durch Alexandria kamen, glaubten irrtumlich, die turmartige Saule markiere die Grabstatte des romischen Feldherrn Pompeius (Gnaeus Pompeius Magnus), der bekanntermaassen 48 v. Chr. an einem agyptischen Strand ermordet wurde, nachdem er nach seiner Niederlage gegen Julius Caesar in der Schlacht von Pharsalos geflohen war. Der Name blieb bestehen, obwohl er historisch unmoglich ist -- die Saule wurde fast 350 Jahre nach Pompeius' Tod errichtet, im Jahr 297 n. Chr., vom Prafekten Publius zu Ehren Kaiser Diokletians, nachdem dieser eine achtmonatige Belagerung Alexandrias beendet, einen Aufstand niedergeschlagen und Getreide an die hungernde Bevolkerung verteilt hatte. Die griechische Inschrift auf der Basis, die diese Weihung dokumentiert, ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt, doch der romantischere und einpragsamere Name 'Pompeiussaule' besteht in jedem Reisefuhrer und jeder Touristenkarte fort. Die Fehlbenennung ist selbst ein faszinierendes Artefakt mittelalterlichen Geschichtsverstandnisses -- oder Missverstehens -- und eine Erinnerung daran, dass die Geschichten, die wir an Monumente knupfen, manchmal ebenso interessant sind wie die Monumente selbst.
Das Serapeum
Die Statte beherbergte einst das prachtvolle Serapeum von Alexandria -- vom Historiker Ammianus Marcellinus im 4. Jahrhundert als der prachtigste Tempel der antiken Welt beschrieben, nur dem romischen Kapitol nachstehend. Der Tempel beherbergte eine beruhmte Kultstatue des Serapis aus kostbaren Materialien, war mit Gold-, Silber- und Bronzeverzierungen geschmuckt und enthielt eine Tochterbibliothek der Grossen Bibliothek, die Zehntausende von Schriftrollen zu Philosophie, Naturwissenschaft, Literatur und Religion bewahrte. Im Jahr 391 n. Chr., nach Kaiser Theodosius' I. Erlass zum Verbot heidnischer Verehrung im gesamten Romischen Reich, sturmte ein christlicher Mob unter Fuhrung von Bischof Theophilus von Alexandria den Tempel, zerstorte die Kultstatue, verbrannte alle verbliebenen Schriftrollen und riss das Gebaude systematisch ab -- ein Ereignis, das Schockwellen durch das antike Mittelmeer sandte und das endgultige Ende der klassischen heidnischen Welt symbolisierte. Die Zerstorung des Serapeums bleibt eines der meistdiskutierten Ereignisse der Spatantike, wobei Gelehrte noch immer daruber streiten, wie viele Bucher verloren gingen und ob die Bibliothek zu diesem Zeitpunkt bereits dezimiert war.

Besuchertipps

  • Die Statte liegt nur wenige Minuten von den Katakomben von Kom el-Shoqafa entfernt -- kombinieren Sie beide Besuche
  • Am besten am Morgen zu fotografieren, wenn die Sonne den roten Granit beleuchtet
  • Die Statte liegt im Freien mit wenig Schatten -- bringen Sie Sonnenschutz mit
  • Planen Sie etwa 30--45 Minuten fur den Besuch ein

Verwandte Denkmäler

Öffnungszeiten

9 AM5 PM

Eintrittspreis

80 EGP

Epoche

Roman Period, 297 AD (Serapeum site: Ptolemaic, 3rd century BC)

Erbaut von

Erected for Emperor Diocletian

Standort

31.1838, 29.8965

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