Das Tal der Könige am Westufer von Luxor ist der Ort, an dem das alte Ägypten seine Pharaonen fast 500 Jahre lang bestattete (16.-11. Jahrhundert v. Chr.). Über 60 Gräber wurden hier entdeckt, von einfachen Einkammer-Bestattungen bis hin zu weitläufigen unterirdischen Komplexen mit Dutzenden dekorierter Räume. In diese Gräber zu treten — manche bis zu 100 Meter tief in den Kalkstein gehauen — ist wie ein Schritt ins Jenseits.
Warum hier?
Nach der Ära des Pyramidenbaus suchten die Pharaonen diskretere Bestattungsorte, um Grabräuber abzuschrecken (die Pyramiden waren offensichtlich leichte Ziele). Das abgelegene Tal in den thebanischen Hügeln, verborgen hinter dem Gipfel des Al-Qurn (der auf natürliche Weise einer Pyramide ähnelt), bot Sicherheit und symbolische Bedeutung.
Welche Gräber Sie besuchen sollten
Ein Standardticket (300 EGP) gewährt Zugang zu drei Gräbern, die nach einem wechselnden Zeitplan geöffnet sind. Hier sind die Highlights:
Grab von Ramses VI. (KV9): Das unbestrittene Highlight. Die astronomische Decke in der Grabkammer — die die Reise der Sonne durch die 12 Stunden der Nacht darstellt — ist eines der schönsten Kunstwerke der antiken Welt. Jede Wandfläche ist mit lebhaften gemalten Reliefs bedeckt.
Grab von Sethos I. (KV17): Das längste und tiefste Grab im Tal (137 Meter). 1817 von Giovanni Belzoni wiederentdeckt, sind seine Reliefs die am feinsten geschnitzten im Tal. Erfordert ein separates Ticket von 1.000 EGP und hat eine begrenzte tägliche Besucherzahl.
Grab von Ramses III. (KV11): Bekannt für sein ungewöhnliches Dekorationsprogramm mit Szenen des täglichen Lebens, fremder Völker und der berühmten "Harfenspieler-Kammer". Gut beleuchtet und zugänglich.
Grab von Ramses IV. (KV2): Eines der zugänglichsten Gräber mit ausgezeichneter Erhaltung. Die Decke der Grabkammer zeigt die Göttin Nut, die sich über den Himmel erstreckt.
Grab von Tutanchamun (KV62): Das berühmteste Grab, und doch eines der kleinsten Königsgräber. Howard Carters Entdeckung von 1922 machte es legendär, aber das Grab selbst ist bescheiden im Vergleich zu anderen. Ein separates Ticket von 300 EGP ist erforderlich.
Praktische Tipps
- Kein Fotografieren ist in den Gräbern erlaubt (Wächter setzen dies streng durch)
- Die Elektrobahn vom Eingang erspart einen langen Fußmarsch in der Hitze (geringe Gebühr)
- Bringen Sie Wasser mit — das Tal ist extrem heiß und schattenlos
- Planen Sie mindestens 2-3 Stunden ein
- Besuchen Sie es am frühen Morgen oder späten Nachmittag, um die größte Hitze und den Ansturm zu vermeiden
- Ein sachkundiger Reiseleiter verwandelt das Erlebnis — die Symbolik der Grabmalereien ist komplex und faszinierend
Das Arbeiterdorf (Deir el-Medina)
In der Nähe liegt das Handwerkerdorf Deir el-Medina, in dem die Handwerker, die die königlichen Gräber bauten und dekorierten, mit ihren Familien lebten. Die Arbeitergräber hier sind kleiner, aber oft schöner dekoriert als manche Königsgräber — die Handwerker bewahrten ihre beste Arbeit für sich selbst auf. Das Grab von Sennedjem ist ein Meisterwerk.
Kombination mit anderen Westufer-Stätten
Das Westufer von Luxor ist voller unglaublicher Stätten. Kombinieren Sie das Tal der Könige mit dem Tempel der Hatschepsut (Deir el-Bahari), den Memnon-Kolossen und dem Ramesseum. Unser Luxor Tagesausflug ab Kairo deckt die wichtigsten Westufer-Stätten an einem Tag ab.
